Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher e.V.


Liebe Eltern von kleinen Kindern!

Auch wir, Lars, Katrin Sören und Malte, sind eines Tages das erste Mal zu einem Wochenende mit den „Nierenkindern“ aufgebrochen. Das ist ungefähr drei Jahre her.

Es war nicht leicht für uns, die Anmeldung auszufüllen. Zuerst kamen natürlich die praktischen Fragen. Wie soll das gehen? Unser Sohn Malte bekam 16 verschiedene Medikamente am Tag, noch dazu wurde er über eine Magensonde ernährt. Jeder, der schon einmal mit einem gesunden Baby in den Urlaub gefahren ist, weiß, wie viel Krams man dafür mitschleppen muss: Kinderwagen, Windeln, Essen, Babyphon, Unmengen an Ersatzwäsche, Kuschelteddy und vieles mehr. Nicht umsonst heißt bei den Autohäusern „kommt Kind, kommt Kombi!“. Und noch viel mehr braucht es für ein krankes Kind: Medikamente, Blutdruckmessgerät, Waage, Sondenahrung, Spritzen. Als wir das (geliehene) Auto fertig gepackt hatten, sah es aus, als wollten wir auswandern.

Und nun kamen auch die weiteren Fragen auf. Was kam wohl auf uns zu? Wie waren die unbekannten Leute, mit denen wir zwei Tage in Eisenberg im Hessischen verbringen sollten? Möglicherweise kannten sich alle gut und wir waren die einzigen „Neuen“? Oder sie reden die ganze Zeit nur über Krankheiten? Wollten wir überhaupt alles so genau wissen? Möglicherweise waren dort ganz viele arme kranke Kinder, die uns erst klarmachen würden, was überhaupt auf uns zukam. Manchmal mag es auch besser sein, wenn man noch nicht alles weiß.

Wie man sieht: es fiel uns nicht leicht. Aber schon in den ersten Minuten wurde uns klar, dass die Sorgen unbegründet waren. Wir fanden die Jugendherberge und wurden gleich nett empfangen. Wir waren in kleinen Häuschen untergebracht, und weil wir ein Baby hatten, bekamen wir ein Zimmer direkt über dem Gemeinschaftsraum, so dass wir auch bei der abendlichen Runde sitzen konnten. Dort wurde beileibe nicht nur über Krankheiten geredet, sondern auch viel gelacht. Auf dem Gelände gab es einen weitläufigen Spielplatz, auf dem die Kinder ungestört toben konnten. Es waren über ein Dutzend Kinder da, im Alter von 0 bis 16 Jahren und alle haben zusammen gespielt. Von Krankheit keine sichtbare Spur, wir haben uns öfter gefragt, wer bei Geschwistern nun das betroffene, und wer das gesunde Kind war. Und wir mussten in dieser Runde endlich mal nicht erklären, wieso unser Kind einen Schlauch in der Nase hatte. So etwas war dort bekannt. Als wir uns am zweiten Abend um ein großes Lagerfeuer versammelt haben, gehörten wir schon richtig dazu und es kam eine romantische Herbststimmung auf.

Am nächsten Tag hatten wir ein wenig Zeit für uns, da die Eltern mit den größeren Kindern auf einen Ausflug gingen. Für unsere Kleinen war das noch nichts und wir blieben da und genossen die Hügel und die bunten Wälder. Als es ans Abschiednehmen ging, war unser Ältester ganz traurig. Er hat danach noch wochenlang von „Eisenberg“ erzählt.

Seitdem sind wir jedes Jahr mit gefahren. Wir haben dort Freunde gefunden.

Kommt doch auch! Unsere Kinder Sören (6Jahre) und Malte (gerade 4 Jahre) würden sich über Spielkameraden freuen. Und vielleicht sind sie dann sogar nicht mehr die Jüngsten?